Weigand et al.(2021). Primärdaten zu der Studie „Chronische Schmerzen sind verbunden mit einem verringerten Genuss ästhetischer Erfahrungen „.

Bibliografische Informationen

Ersteller: Weigand, Rosalie; Moosmayer, Annika Nora; Jacobsen, Thomas

Mitwirkende: Weigand, Rosalie; Moosmayer, Annika Nora; Jacobsen, Thomas

Förderung:

Titel: Primärdaten zu der Studie „Chronische Schmerzen sind verbunden mit einem verringerten Genuss ästhetischer Erfahrungen „

Jahr der Publikation: 2021

Zitation: Weigand, R., Moosmayer, A., & Jacobsen, T. (2021). Primärdaten zu der Studie „Chronische Schmerzen sind verbunden mit einem verringerten Genuss ästhetischer Erfahrungen “ (Version 1.0.0) [Daten und Dokumentation]. Trier: Forschungsdatenzentrum des Leibniz Institut für Psychologie ZPID. https://doi.org/10.5160/psychdata.wdre21pr07

Zusammenfassung

Ästhetische Erfahrungen konnten bisher mit positiven Emotionen und positiven Auswirkungen auf die Gesundheit in Verbindung gebracht werden. In diesem Kontext bezieht sich das Konzept des ästhetischen Genusses auf eine kognitive Form der Emotionsregulation, die dazu dient, positive emotionale Erfahrungen aufrechtzuerhalten und zu verlängern, und die als zuträglich zu Gesundheit und Wohlbefinden angesehen wird. Chronische Schmerzen wurden auf der Verhaltensebene mit einer verminderten Suche nach Belohnungen in Verbindung gebracht. Dies ist die erste Studie, die den Zusammenhang zwischen chronischen Schmerzen und ästhetischem Genussverhalten untersucht. Es wird eine anonyme Querschnittserhebung in einer großen nicht-klinischen Stichprobe von Opern-, Theater- und Kabarettbesuchern berichtet (n = 322). Mithilfe zweier Items wurde ästhetischer Genuss sowie chronischer Schmerz erfasst. Wir fanden einen starken negativen Zusammenhang (r = -.547) zwischen chronischen Schmerzen und ästhetischem Empfinden. Insgesamt trägt dieses Ergebnis dazu bei, die Auswirkungen chronischer Schmerzen beim Menschen und zustandsabhängige Unterschiede im ästhetischen Erleben besser zu verstehen.

Kodebuch

Kodebuch_wdre21pr07_weigand_0085_kb
PositionNameLabelValid_valuesMissing_values
1VPVersuchspersonencodeZeichenkette "individueller Versuchspersonencode"9999 "fehlender Wert: nicht spezifiziert"
2GENUSSWahrgenommener Genuss1 "Gar nicht"
2 ""
3 ""
4 ""
5 ""
6 ""
7 "Sehr"
9 "fehlender Wert: nicht spezifiziert"
3SCHMERZItem 3 aus dem Chronic Pain Grade Questionnaire (CPG; Von Korff, M., Ormel, J., Keefe, F. J., & Dworkin, S. F. (1992). Grading the severity of chronic pain. Pain, 50(2), 133-149.)0 "Keine Schmerzen"
1 ""
2 ""
3 ""
4 ""
5 ""
6 ""
7 ""
8 ""
9 ""
10 "Schlimmste vorstellbare Schmerzen"
99 "fehlender Wert: nicht spezifiziert"
4SKALENPOLUNGPolungsrichtung der Skalen.0 "Pos-Neg"
1 "Neg-Pos"
9 "fehlender Wert: nicht spezifiziert"
5AUFFUERHUNGTitel der Opern- oder Theateraufführung am Erhebungstermin1 "Le Nozze di Figaro/Don Giovanni"
2 "Moby Dick"
3 "Immer Ärger mit den Nachbarn"
4 "Ausnahmezustand"
5 "Liliom"
6 "Neverland"
7 "Hänsel und Gretel"
8 "Die Katze und der General"
9 "Hexenjagd"
99 "fehlender Wert: nicht spezifiziert"
6AUFFUEHRUNGSARTArt der Aufführung, nach der die Befragung durchgeführt wurde1 "Oper"
2 "Theaterstück"
3 "Kabarett"
9 "fehlender Wert: nicht spezifiziert"
7ITEMREIHENFOLGEReihenfolge der Fragen0 "Schmerz; Genuss"
1 "Genuss; Schmerz"
9 "fehlender Wert: nicht spezifiziert"

Studienbeschreibung

Forschungsfragen/Hypothesen: Chronische Schmerzen stehen im negativen Zusammenhang mit dem Genuss ästhetischer Erfahrungen.

Forschungsdesign: Vollstandardisiertes Erhebungsinstrument; mehrmalige Erhebung

Messinstrumente/Apparate:

Feldexperiment; Die Datenerhebung fand über 11 Zeitpunkte verteilt in einem Opernhaus, einem Theater und einem Kabarett statt. Die Versuchspersonen wurden durch ein Banner auf die Untersuchung aufmerksam gemacht und nach der Vorführung gebeten, zwei Items zu beantworten, deren Reihenfolge und Skalenpolung randomisiert war.

Dabei handelte es sich um ein Item des Chronic Pain Grade Questionnaires. Das Item „Wie würden Sie Schmerzen, die Sie gegebenenfalls in den vergangenen 6 Monaten hatten, im Durchschnitt beschreiben?“ wurde auf einer 11-stufigen Ratingskala beantwortet, die von 0 = keine Schmerzen bis 10 = schlimmste vorstellbare Schmerzen reichte. Der Genuss wurde mit dem Item „Während der heutigen Vorführung habe ich den Augenblick ausgekostet“ gemessen, die auf einer 7-Punkte-Skala von 1 = gar nicht bis 7 = sehr beantwortet wurde.

Datenerhebungsmethode:

Erhebung in Anwesenheit eines Versuchsleiters
– Einzelvorgabe
– Papier und Bleistift

Population: 322 Opern-, Theater- und Kabarettbesucher*innen

Erhebungszeitraum:

Stichprobe: Anfallende Stichprobe

Geschlechtsverteilung:

Altersverteilung:

Räumlicher Erfassungsbereich (Land/Region/Stadt): Deutschland

Probandenrekrutierung: Die Teilnehmenden wurden mithilfe eines Banners auf die Studie aufmerksam gemacht bzw. von unserem Team, bestehend aus zwei Männern und zwei Frauen, direkt angesprochen. Wir sprachen abwechselnd Männer und Frauen sowie jüngere und ältere Personen an.

Stichprobengröße: 322 Individuen

Rücklauf/Ausfall:

Literatur

Unmittelbar auf den Datensatz bezogene Veröffentlichungen
Unmittelbar auf den Datensatz bezogene Veröffentlichungen
Weigand, R., Moosmayer, A., & Jacobsen, T. (2021). Does Self-Reported Chronic Pain Influence Savoring of Aesthetic Experiences? PLOS ONE, 16(11), e0259198. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0259198
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